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Pflegeberatung – eine vertane Chance?

Wer pflegebedürftig wird, hat seit 2009 einen Rechtsanspruch auf individuelle, unabhängige und kostenlose Beratung. Aber wissen das Ihre Patienten auch?

Eine repräsentative Bevölkerungsbefragung der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) offenbarte aktuell, dass knapp 60 Prozent der Deutschen noch nie davon hörten. Ein Viertel kannte zwar eine auf das Thema Pflege spezialisierte wohnortnahe Beratungsstelle, jedoch nur acht Prozent einen konkreten Pflegestützpunkt. Nur jedem fünften Befragten war klar, wie er bei einem familiären Pflegefall überhaupt vorgehen müsste. „Pflegeberatung ist oftmals noch eine vertane Chance in Deutschland. Sie muss wirksam helfen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen eigenverantwortliche Entscheidungen treffen können. Das zeigen die Ergebnisse der Analyse“, meint Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Studie: „Freitextkommentare sind wichtig für Ärzte und Patienten“

Eine aktuell in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Health Policy“ publizierte Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg untersuchte Einflussfaktoren zur Patientenzufriedenheit. Dazu analysierte Professor Martin Emmert 3.000 auf Deutschlands größtem Arztempfehlungsportal abgegebene Freitextkommentare. 127.192 Online-Bewertungen für 53.585 Ärzte (ohne Zahnärzte) von 107.148 Patienten wurden in die Stichprobe einbezogen. Mit 62 Prozent am häufigsten thematisiert wurde die subjektiv empfundene Fachkompetenz des Arztes, gefolgt von „Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen des Arztes“ mit 38 Prozent. An dritter Stelle der Wertigkeit steht, wie viel Zeit sich der Arzt für den Patienten nimmt. Die Studie belegt in den Freitextkommentaren eine hohe Patientenzufriedenheit. 80 Prozent der Kommentare fielen positiv aus. Vier Prozent waren neutral und 16 Prozent äußerten sich negativ. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Möglichkeit, nicht nur Noten, sondern auch freie Textkommentare abzugeben, für Patienten und Ärzte von hoher Relevanz ist“, kommentiert der Studienleiter.

Wer Ärzte auf www.jameda.de bewerten möchte, muss sein Urteil seit 2011 begründen. Nach Angabe des Unternehmens suchen monatlich 3,5 Millionen Patienten aus einer Datenbasis von bundesweit rund 250.000 Medizinern nach dem richtigen Arzt.

Gesundheitssurfer suchen vor allem Informationen und Behandler

Die Nutzung digitaler Dienste zu Gesundheitsthemen ist in Deutschland wissenschaftlich noch unterbelichtet. Jetzt stellte das Internetportal Healthcare42 die Ergebnisse der bisher größten Befragung zum Thema vor. Über 3.000 Online-Nutzer hatten sich anonym daran beteiligt. Danach suchten Gesundheitssurfer vor allem Informationen (62 Prozent), Behandler (51 Prozent) und Patientenerfahrungen (40 Prozent). Am häufigsten – rund ein Drittel – wird nach Problemen mit dem Bewegungsapparat (wie Arthrose, Rheuma, Verletzungen) gesucht, am seltensten (0,5 Prozent) nach Infektionskrankheiten. Beliebt sind Portale großer Zeitschriften, gefolgt von Krankenkassen- und Klinikangeboten. Erst an vierter Stelle (mit 37,5 Prozent) werden Webseiten von Ärzten oder Arztpraxen besucht. Eine Zusammenfassung veröffentlichte das Deutsche Ärzteblatt hier.

Die Autoren der Studie wollen nun eine internetbasierte Gesundheitslandkarte erstellen.

Wie das Internet die Arztwahl beeinflusst

Die Ärztezeitung berichtet aktuell über eine Studie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Danach beeinflussen online verfügbare Arztbewertungen die Arztwahl. Etwa zwei Drittel der Befragten gaben an, ihren Arzt über das Internet zu suchen. Wer Arztbewertungsportale nutzt, lässt sich davon auch beeinflussen. mehr:

Studie zu GesundheitsApps

(4. Juli 2013) Die Nachwuchsforschergruppe InnoTech4Health am Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation der Technischen Universität Dresden untersucht seit einem Jahr, was Nutzer motiviert, GesundheitsApps zu nutzen bzw. welche Barrieren es gibt. Wer die Wissenschaftler unterstützen möchte, kann einen Online-Fragebogen zum Thema „Arzt und Fitnesstrainer im Smartphone“ beantworten. Alle Daten werden vertraulich behandelt und anonym ausgewertet. Studienteilnehmer bekommen die Ergebnisse auf Wunsch zur Verfügung gestellt.